Worum geht es beim Branding eigentlich?

Brand Discovery - What's Branding all about?

Nein, das wird keine weitere Liste mit Tipps à la „Wie du schnell perfektes Branding erreichst.“ In diesem Artikel schauen wir uns genauer an, worum es beim Branding wirklich geht.

Ich möchte über die Schwachstellen und die wichtigsten Faktoren sprechen, die für gutes Branding notwendig sind. Es gibt einige gute Beispiele, wie etwa Coca Cola, die wissen, wie man die Branding-Karte ausspielt. Aber hier reden wir von einem kleineren Massstab und die Frage, die ich dabei im Hinterkopf behalten werde, lautet: „Was musst du als kleines Unternehmen oder Selbstständiger beachten?“ Also, tauchen wir ein.

Inhaltsverzeichnis

Was treibt Branding an?

Seien wir ehrlich, es geht ums Verkaufen, das wissen wir alle, aber Menschen hängen nicht an Produkten, sie hängen vor allem an der Marke. Es geht also um eine Form von Loyalität und Stolz. Das funktioniert über Emotionen und Überzeugungskraft, leichter gesagt als getan, ich weiss. Aber so ist es nun mal. Wenn ich darüber nachdenke, wie es für mich ist, mich in eine Marke zu „verlieben“, dann ist es meistens das Gefühl, einen kleinen Schatz gefunden zu haben.

Begeisterung, Euphorie, Einzigartigkeit

Persönlich finde ich Marken, die überall sind und zum Mainstream werden, uninteressant. Die Leistung ist beeindruckend, aber es steckt wenig Magie dahinter.

Wie gestalten andere ihre Marke?

Schauen wir uns an, welche gängigen Methoden für den Einstieg ins Branding empfohlen werden. Wenn wir die Gruppen grob aufteilen zwischen Unternehmen und Einzelpersonen, die es falsch machen, und denen, die es richtig machen, sehen wir einige Unterschiede.

Die meisten, die es falsch machen, haben das Problem, dass sie versuchen, eine Marke zu erschaffen, die eine profitable Zielgruppe überzeugt oder begeistert. Der Fehler hier ist ein Klassiker, genau wie in der Liebe: Je mehr du jemandem hinterherläufst, desto mehr wird die Person dich wegstossen. Das Ziel sollte also immer sein, Gleichgesinnte zu finden, und das geht nur, indem du dich selbst oder dein Unternehmen so positionierst, dass es die richtige Zielgruppe anzieht.

Wenn dich diese Form von Nähe abschreckt, solltest du dir bewusst machen, dass es sich auszahlt, einzigartig und individuell zu sein. Ausserdem macht es auch mehr Spass und ist viel einfacher dahinterzustehen, da es darum geht, die eigene Meinung zu vertreten.

Brand Discovery - Branding Strategy

Das Schlüsselwort hier ist Authentizität!

Obwohl die Menschheit es scheinbar vergessen hat, ist Authentizität so wichtig. Wen finden wir bemerkenswert? Wem wollen wir zuhören, wen nach Meinungen fragen? Authentische Menschen. Allerdings tun sich sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen damit schwer. Ich glaube, das liegt daran, dass manche sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen und deshalb gar nicht wissen, was ihr authentisches Ich ist.

Der Ansatz sollte also sein, die eigenen Gedanken zu ordnen und sich ernsthaft mit sich selbst zu beschäftigen. Hier sind ein paar Fragen, die dabei helfen können:

  • Worum geht es in meinem Leben wirklich?
  • Was sind meine Ziele, und warum will ich sie erreichen?
  • Was sind meine wirklichen Fähigkeiten?
  • Wenn ich meine Ziele erreicht habe, wen möchte ich an meiner Seite haben?
  • Was für ein Mensch möchte ich sein?

 

Je authentischer du bist, desto authentischer kannst du deine Marke gestalten. Jede Beziehung basiert auf Vertrauen und kann durch Lügen zerstört werden.

Brand Discovery - Brand Authenticity

Die Zielgruppe überzeugen

Sobald du deine authentische Version gefunden hast, stellt sich die Frage: „Wie kann ich andere von meiner Authentizität überzeugen?“ Dafür brauchst du Geduld, denn Vertrauen entsteht nicht über Nacht.

Zweitens solltest du sicherstellen, dass dein Produkt mit der Authentizität deines Lebens übereinstimmt. Andernfalls hast du ein Produkt, das dir widerspricht, und das bringt dich nicht weiter.

Passt dein Produkt also zu dir? Wenn ja, grossartig, aber um sicherzugehen, solltest du auch andere Menschen fragen, um auszuschliessen, dass dir bei der Selbstreflexion ein Fehler unterlaufen ist.

Wenn du so weit gekommen bist, kannst du dein Branding auf dich selbst und dein Produkt zuschneiden, sodass es nach aussen genau das kommuniziert, was du möchtest.

Was bedeutet das konkret?

Du solltest die folgenden Punkte abdecken:

  • Passt mein visueller Auftritt (Logo, Farben, Website etc.) zur Botschaft?
  • Ist meine Sprache in den Texten meiner Authentizität angemessen?
  • Spreche ich meine Zielgruppe auf dem richtigen Kanal an?
  • Passt der gesamte Verkaufsprozess zum Look and Feel, das ich vermitteln möchte?

 

Und schliesslich: Sind meine Marketingkampagnen so gestaltet, dass sie wirksam sind? Das kannst du mit den folgenden Schritten überprüfen:

  1. Verstehe, wer deine potenziellen Kunden sind und was sie antreibt, um ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen. Beispiel: Stell dir vor, du führst eine kleine Bäckerei. Durch Gespräche mit deinen Kunden merkst du, dass ihnen frisch gebackene Waren und freundlicher Service wichtig sind. Mit diesem Wissen konzentrierst du dich darauf, eine warme, einladende Atmosphäre zu bieten und die Qualität deiner Zutaten zu betonen.
  2. Identifiziere deine Alleinstellungsmerkmale und betone, was dich einzigartig und attraktiv für deine Zielgruppe macht. Beispiel: Wenn du ein freiberuflicher Grafikdesigner bist, könntest du deine schnelle Bearbeitungszeit und deinen persönlichen Ansatz hervorheben. Indem du diese Stärken präsentierst, sehen Kunden den Mehrwert der Zusammenarbeit mit dir gegenüber grösseren Agenturen.
  3. Entwickle Strategien, um deine Kunden durch exzellenten Service, innovative Produkte oder besondere Erlebnisse zu begeistern und sie langfristig zu binden. Beispiel: Ein lokales Café bietet nicht nur grossartigen Kaffee, sondern merkt sich auch die Namen und Vorlieben der Kunden und schafft so ein personalisiertes Erlebnis, das sie immer wieder zurückkommen lässt.
  4. Formuliere ein klares Versprechen an deine Kunden, was sie von deinem Unternehmen erwarten können, und biete eine Qualitäts- oder Zufriedenheitsgarantie. Beispiel: Eine Hautpflegemarke verspricht ihren Kunden sichtbar gesündere Haut innerhalb eines Monats oder Geld zurück, was Vertrauen in die Wirksamkeit des Produkts schafft.
  5. Erstelle ein attraktives Angebot oder Paket, das potenzielle Kunden dazu ermutigt, deine Produkte oder Dienstleistungen auszuprobieren und einen ersten positiven Eindruck zu gewinnen. Beispiel: Ein Fitnessstudio bietet eine kostenlose Probewoche mit einer Personal-Trainer-Einheit an, um potenzielle Mitglieder zu ermutigen, die Einrichtung und das Angebot aus erster Hand zu erleben.
  6. Verfasse eine überzeugende Werbebotschaft, die die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe erregt, ihre Bedürfnisse anspricht und sie zum Handeln motiviert. Beispiel: Ein Reisebüro bewirbt ein exotisches Urlaubspaket mit dem Slogan „Ab ins Paradies: Dein Traumurlaub wartet!“, der das Verlangen der Zielgruppe nach Abenteuer und Entspannung einfängt.
  7. Plane und strukturiere die verschiedenen Schritte und Aktivitäten, die du unternimmst, um deine Marketingziele zu erreichen und deine Botschaft effektiv zu verbreiten. Beispiel: Ein Startup erstellt einen monatlichen Content-Kalender mit bestimmten Themen und gezielten Social-Media-Beiträgen, um sein Publikum anzusprechen und Markenbekanntheit aufzubauen.
  8. Analysiere und verstehe die relevanten Kennzahlen deines Marketings, um den Erfolg deiner Kampagnen zu messen, Schwachstellen zu identifizieren und Anpassungen vorzunehmen. Beispiel: Ein Bekleidungshändler verfolgt Website-Traffic, Conversion-Raten und Kundenfeedback, um Verbesserungspotenziale zu erkennen und seinen Onlineshop für eine bessere Performance zu optimieren.
  9. Suche nach Möglichkeiten, mit anderen Unternehmen oder Organisationen zusammenzuarbeiten, um die Reichweite zu erhöhen, Synergien zu nutzen und neue Zielgruppen zu erschliessen. Beispiel: Eine lokale Buchhandlung kooperiert mit einem nahegelegenen Café, um gemeinsame Veranstaltungen zu veranstalten, die Buchliebhaber und Kaffeeliebhaber gleichermassen anziehen und ihre Reichweite in der Gemeinschaft erweitern.
Brand Discovery - Brand Story

Welche Rolle spielt Storytelling?

Warum funktioniert Storytelling? Storytelling-Techniken helfen dabei, Ideen auf emotionaler Ebene anzusprechen, wodurch inmitten der Flut an Content Marketing der Konkurrenz mehr Aufmerksamkeit gewonnen werden kann. Geschichten, die Emotionen wie Freude hervorrufen, können zum Teilen und zur Interaktion anregen, und genau das wollen wir. Wir wollen mit unserem Publikum interagieren und Diskussionen entfachen.

Es geht darum, Menschen mit fesselnden Erzählungen zu begeistern, anstatt sie mit Verkaufspitches abzuschrecken. Das zeigt gleichzeitig auch deine Expertise in dem Bereich.

Ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen nicht wissen, wo sie in dieser Hinsicht anfangen sollen. Deshalb hier ein Vorschlag, wie man das ganze Storytelling-Spiel angehen kann. Studiere erfolgreiche Storytelling-Kampagnen, wie zum Beispiel den Vin de Constance, bekannt für seinen fantastischen Süsswein aus Südafrika. Das Studieren von Erfolgsgeschichten kann wertvolle Einblicke in effektive Storytelling-Strategien liefern.

Brand Discovery - Brand Story Impact

Fazit

Beim Branding geht es darum, eine emotionale Verbindung zu einer Marke aufzubauen, die über das Produkt hinausgeht und Authentizität erfordert, um eine Zielgruppe zu überzeugen. Viele scheitern, weil sie ihre wahre Identität nicht reflektieren und stattdessen versuchen, ein breites Publikum ohne gutes Storytelling anzusprechen. Die Lösung liegt darin, sich selbst zu verstehen und eine konsistente Botschaft zu kommunizieren, die zum Produkt passt.

Brand Discovery - Rebranding Concept